Rechenschaftsbericht  für das Jahr 2002


Inhalt:

Liebe Patin! Lieber Pate! Liebe Freunde!

SFINTU IGNATIU UND DIE KINDERFARM VON ARICESTI

DOROHOI – Hilfe an der Wurzel

Impressum


Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß wir die in der gedruckten Fassung des Berichtes veröffentlichte genaue Finanzaufstellung nicht im Internet publizieren! Mitglieder erhalten diese Zusammenstellung selbstverständlich beim Verein bzw. per Post mit dem Rechenschaftsbericht oder in der Generalversammlung!


Liebe Patin! Lieber Pate! Liebe Freunde!

Jedes Jahr erhalten wir von den beiden Vereinen, die wir mit Ihren Spenden unterstützen, CONCORDIA in Bukarest von Pater Georg Sporschill SJ und HCI (Hope for the Children International) in Dorohoi, ausführliche Berichte über das vergangene Jahr. 

Concordia hat dieses Mal anlässlich seines 10jährigen Bestehens eine kleine Broschüre mit den Lebensläufen verschiedener Kinder veröffentlicht. Einen davon hat Corina geschrieben, ein Mädchen aus unserem Haus, Sfintu Ignatiu. Diesen möchten wir Ihnen nicht vorenthalten, als eines der vielen bewegenden und unbegreiflichen Schicksale, die auch dank Ihrer Mithilfe eine hoffnungsvolle Wende erhalten haben. Corina ist heute ein lebenslustiges Mädchen mit vielen Zukunftsplänen. 

Die Erfahrung von Liebe und Geborgenheit innerhalb einer Familie erleben die Kinder wie ein Wunder, das sie gerne weitergeben möchten. Viele Kinder, die vor 10 Jahren aufgenommen wurden, arbeiten heute in Concordia für die Kinder der Strasse. Trotz der immer noch gegenwärtigen Armut ist so ein neuer Geist der Verantwortung für die Ärmsten der Armen entstanden, der nun von Rumänen selbst gelebt wird!
 

Auch in Dorohoi hat sich eine gute Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jugendamt entwickelt. Diese vertrauen nun selbst Kinder der Obhut der HCI Gemeinschaft an, eine Tatsache, die noch vor einem Jahr undenkbar war. 

Die Not der Kinder in Rumänien ist aber nach wie vor sehr groß. Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, Gewalt in der Familie und Prostitution bieten ein Umfeld, in dem Kinder keine Geborgenheit finden können. 

Als Deckblatt haben wir dieses Mal eine Zeichnung von Elena ausgewählt, die die Geschichte vom Hirten auf der Suche nach dem verlorenen Schaf schildert. Diese Erfahrung hat Elena selbst gemacht, sowie auch die Erleichterung und Freude gespürt, als sie wiedergefunden und in eine Familie zurückgebracht wurde. 

Diese Dankbarkeit lebt in ihr und allen Straßenkindern, die Hoffnungskinder geworden sind, weiter. Wir möchten sie Ihnen gerne weitergeben: DANKE!!

[ Inhalt ]


SFINTU IGNATIU UND DIE KINDERFARM VON ARICESTI

SFINTU IGNATIU

Schule, Haushalt und Freizeitgestaltung bestimmen weiterhin das Leben der Kinder in Sf Ignatiu. Zwei von ihnen schließen heuer die letzte Klasse der Unterstufe ab, Corina geht schon ins Gymnasium, die beiden Kleinsten genießen noch die Zeit im Kindergarten. Corina Brezeanu, die uns ihre Lebensgeschichte erzählt hat, ist ein kleiner Star in der Theatergruppe geworden, Mihaela engagiert sich im Farmchor. Diese Aktivitäten geben den Mädchen Selbstbewusstsein, Vertrauen in ihr Können und in ihre Zukunft.
DIE TISCHLEREI

Erfreuliches lässt sich auch von der Tischlerei berichten. Sieben Lehrlinge machen heuer ihr letztes und zweites Ausbildungsjahr, das zwischen Theorie und Praxis aufgeteilt ist. Immer wieder wird ihr Können unter der Leitung eines österreichischen Tischlers für Renovierungs-arbeiten auf der Farm bzw. für das Herstellen von Möbeln eingesetzt. 

Die Jugendlichen leben nicht mehr auf der Farm sondern sollen in einer eigenen Wohnung im Dorf auf ein selbständiges Leben vorbereitet werden. Neben der Haushaltsführung lernen sie auch, Vorstellungsgespräche zu führen. Gemeinsam mit den Betreuern werden Arbeitsplätze gesucht.

INTEGRATION

Diese Hilfe für die Tischlerlehrlinge als Teil des Integrationsprojektes wird auch in den drei Wohngemeinschaften in Bukarest, Aricesti und Ploiesti mit insgesamt 37 Jugendlichen angeboten. Jeweils ein Mitarbeiter ist in ständigem Kontakt und hilft bei Problemen am Arbeitsplatz und bei der Organisation des Alltags. 
Es ist wieder ein großer Schritt, den diese ehemaligen Straßenkinder machen müssen. Damit sie aber nie das Gefühl des Alleinseins bekommen, wurde der Club Concordia gegründet, wo sie ihre „Geschwister“ wiedersehen, mit denen sie in den Kinderhäusern bzw. auf der Straße aufgewachsen sind. Der Rückhalt einer Familie gibt ihnen die nötige Kraft und Sicherheit, die neuen Herausforderungen zu meistern. 

Ihre Berufsziele sind ganz unterschiedlich: drei Mädchen arbeiten mittlerweile in einer Druckerei, andere machen eine Ausbildung als Koch, Tischler, Maler oder in Elektronik. Romana Moise hat nun schon das dritte Jahr ihres Psychologiestudiums abgeschlossen. Nicht wenige haben sich entschlossen, als Erzieher für Concordia in den Kinderhäusern bzw. als streetworker mit den Straßenkindern zu arbeiten. 

[ Inhalt ]


DOROHOI – Hilfe an der Wurzel

Die Kinderhäuser

Es war auch heuer wieder ein ereignisreiches Jahr für die 22 Babies und Kleinkinder unter der Obhut ihrer drei „Mütter“ von HCI. Um etwas von den Arbeiten mit der Erziehung und Verantwortung für die Kleinen entlastet zu werden, wurden für jede Familie drei rumänische Helferinnen angestellt.

 

Kindergarten

Erfreulicherweise erhielt der Kindergarten im Sommer die staatliche Anerkennung des Erziehungsministeriums. Anfang Juli erhielten die rumänischen Erzieherinnen die Möglichkeit zu einem Fortbildungsseminar in Österreich. 

Im 2. Jahr des Kindergartens konnte eine dritte Gruppe eröffnet werden. Von den 36 Kindern sind 11 aus dem Kinderdorf, die anderen kommen aus armen Familien der Umgebung. Neben Spielen, Malen und Lernen wurde zu Weihnachten ein Theater einstudiert, zu Ostern und zum Muttertag ein eigenes Programm gestaltet. Diese Aktivitäten helfen den Kindern, ihr Trauma zu überwinden und in ihrer Entwicklung aufzuholen. Viele von ihnen werden im nächsten Herbst die Schule besuchen können, mit deren Bau im Sommer begonnen wurde.

[ Inhalt ]


Impressum:

Verein „Ein Zuhause für Bukarester Straßenkinder“ 

Sillgasse 8a, 6020 Innsbruck
Hypo-Bank Tirol, Kto.-Nr. 200 126 300, BLZ 57000 

Konzept & Redaktion: Dr. Marianne Hussl-Hörmann 
Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Marianne Hussl-Hörmann, Dr. Thomas Schirmer, Eva Steger

Graphiken: Dr. Thomas Schirmer (in der gedruckten Form)
Auflage: 120
office@bukarester-strassenkinder.org

[ Inhalt ]