Rechenschaftsbericht für das Jahr 1997


Inhalt:

Liebe Patin! Lieber Pate! Liebe Freunde!

EREIGNISSE 1997: Fotoausstellung: Bukarester Straßenkinder von Veronika Oberhammer

EREIGNISSE 1997: Besuch in Sfintu Ignatiu

EREIGNISSE 1997: Strassenkinder Hoffnungskinder

EREIGNISSE 1997: Tischlerei

Gedicht: Als hätte mich ein Stein hervorgebracht (aus: Schoeller, Zenkert: "Um mich weint hier niemand", 1997, S. 82)

Impressum


Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß wir die in der gedruckten Fassung des Berichtes veröffentlichte genaue Finanzaufstellung nicht im Internet publizieren! Mitglieder erhalten diese Zusammenstellung selbstverständlich beim Verein bzw. per Post mit dem Rechenschaftsbericht oder in der Generalversammlung!


Liebe Patin! Lieber Pate! Liebe Freunde!

Das Titelblatt des Rechenschaftsberichtes zeigt zwei verschiedene Welten: Kinder, die ihre Hilflosigkeit mit dem Schnüffeln des Aurolacks zu betäuben versuchen, und Kinder, die in unserem Haus Sfintu Ignatiu ein Zuhause und eine Zukunft gewonnen haben. Zwei Gegensatzbilder, die deutlich machen, was innerhalb der letzten Jahre schrittweise verwirklicht wurde:

aus Straßenkinder sind Hoffnungskinder geworden!

Und Sie, lieber Pate, liebe Patin, haben mit ihrer Spende ganz wesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen und ermöglichen auch weiterhin, das begonnene Projekt konsequent weiterzuführen. Sie helfen nicht nur in materieller Hinsicht, sondern ihr Beitrag war und ist immer auch ein Zeichen für Ihre Solidarität über die Grenzen hinweg mit den in Not geratenen Menschen.

Der Rechenschaftsbericht möchte Ihnen wieder einen kurzen Rückblick auf die Tätigkeiten unseres Vereins im Jahr 1997 geben.

  • Unsere wichtigste Veranstaltung war die Fotoausstellung "Bukarester Straßenkinder" von Veronika Oberhammer, die großen Anklang gefunden hat. Sie wird in diesem Bericht noch ausführlich dokumentiert.

  • Im Sommer haben die Präsidenten des Vereins die Kinderfarm besucht und Gespräche mit der Farmleitung geführt. Wie immer war die herzliche Begrüßung der Kinder ein prägendes Erlebnis, die nun wieder Kinder sein dürfen und Liebe und Geborgenheit erfahren.

  • Der Transparenz unserer Vereinstätigkeit wird auch in diesem Bericht Folge geleistet. Anhand von Graphiken und übersichtlichen Statistiken können Sie die zweckmäßige Verwendung Ihrer Spenden überprüfen. Wir bitten um Verständnis, wenn wir die Statistiken heuer aus platzmäßigen Gründen erst ab dem Jahr 1997 zeigen. (dieser Teil ist im Internet- Auftritt nicht publiziert, haben Sie dafür bitte Verständnis!)

Wir stehen Ihnen natürlich jederzeit für Ihre Fragen zu Verfügung und freuen uns über Anregungen. Dazu möchten wir Sie schon jetzt herzlich zu unserer Generalversammlung einladen, die heuer in Wien stattfinden wird.

Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt..., den Gefangenen zu sagen: Kommt heraus! und denen die in der Finsternis sind: Kommt ans Licht! (Jes, 49)

Im Namen der Kinder und aller, die sich für sie einsetzen, sagen wir herzlich DANKE!

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EREIGNISSE 1997:
Fotoausstellung: Bukarester Straßenkinder von Veronika Oberhammer

Die Kinder, die auf der Kinderfarm ein zweites Zuhause gefunden haben, lebten ursprünglich in den Straßen Bukarests. Sie haben die Chance bekommen, ein neues Leben zu beginnen, und wir freuen uns über ihr glückliches Schicksal. Dennoch wollen wir nicht vergessen, daß in der Hauptstadt und in den Kinderhäusern Rumäniens noch viele Kinder versuchen müssen, unter den widrigsten Umständen zu überleben.

Unser Verein hat daher im Frühjahr 1997 eine Fotoausstellung organisiert, die in eindrucksvoller Weise das Leben dieser Kinder auf der Straße in Bildern dokumentierte. Veronika Oberhammer, eine Tirolerin, die in Berlin als selbständige Fotografin tätig ist, hielt sich im Sommer und Winter 1996 für einige Wochen in Bukarest und auf der Farm auf, um das Leben der Straßenkinder in Bildern festhalten zu können. Während dieser Aufenthalte gelangen Momentaufnahmen, in denen die Atmosphäre dieses tristen Lebens zwischen Lüftungsschächten und dem betäubenden Nebel des Aurolacks eingefangen ist.

Unser Verein möchte an dieser Stelle seinen besonderen Dank der Tiroler Sparkasse ausdrücken, die sich sofort bereit erklärte, ihre Räumlichkeiten für unsere Ausstellung in der Zentrale in Innsbruck und in den Filialen in Wien, Lienz und Schwaz zur Verfügung zu stellen. Weiters übernahm sie den Druck und den Versand der Einladungen und übergab uns einen Scheck von ÖS 10.000,- für die Kinder von Sfintu Ignatiu. Dafür sagen wir im Namen der Kinder ein herzliches Dankeschön!

Die Ausstellungen fanden im März, Juli und August 1997 statt und erfreuten sich einer großen Besucherzahl.

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EREIGNISSE 1997:
Besuch in Sfintu Ignatiu

Lukas Trentini, der durch seinen 14monatigen Zivildienst am besten mit den Verhältnissen, der Kultur und der Sprache in Rumänien vertraut ist, hielt sich auch im vergangenen Sommer für zwei Wochen in Bukarest, auf der Farm und im Land auf, um die aktuelle Situation besser beurteilen zu können. Für kurze Zeit begleiteten ihn Thomas Hussl, Thomas Schirmer und Judith Marent. Für alle war es wieder ein besonders schönes Erlebnis, die Kinder in ihrer neuen Familie zu besuchen, wo sie eine schöne und geborgene Kindheit erfahren können. Zur Begrüßung führten die Kinder unseres Hauses ein eigenes Theaterspiel vor und gaben heimische Lieder zum Besten. Stolz übergaben sie die eigens für die 4 Besucher angefertigten Zeichnungen und Bastelarbeiten. Unsere Kinder haben sich innerhalb der letzten zwei Jahre sichtlich ganz in ihre neue Familie eingelebt, und ihre positive Entwicklung läßt viel Hoffnung auf eine bessere und gute Zukunft erwarten. In den alltäglichen Pflichten von Schule und Hasuarbeiten vergessen die Kinder immer mehr, die Unsicherheit und Ziellosigkeit ihres früheren Vagabundenlebens.

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EREIGNISSE 1997:
Strassenkinder Hoffnungskinder

Im Herbst 1997 wurde der erste Bildband über die Straßenkinder von Bukarest in Wien präsentiert. Ruth Zenkert, die Leiterin des Farmprojektes und die Wiener Fotografin Nora Schoeller haben dabei nicht nur versucht, in Bildern die Situation der Stras-senkinder zu vermitteln, sondern diese selbst zu Wort kommen zu lassen. Es sind besonders die zwei Erzählungen von dem nun bereits erwachsenen Florin Zacharias und dem wegen seiner Englischkenntnisse genannten "Americanul", die besonders nahe gehen und erkennen lassen, welche neuen Perspektiven den Kindern geboten werden konnte. Georg Sporschill SJ hat daher in seiner Rede anläßlich der Buchpräsentation in Wien auch die Bitte ausgesprochen, diese, unsere Kinder nicht mehr "Straßenkinder", sondern "Hoffnungskinder" zu nennen. Die gesamten Publikationskosten übernahm der Styria Verlag, sodaß der Erlös jedes verkauften Buches den Kindern zugute kommt. Nähere Informationen über die Bestellung des Buches entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Prospekt.

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EREIGNISSE 1997:
Tischlerei

Im letzten Jahr haben wir begonnen, die Tischlereiwerkstätte auf der Farm finanziell zu unterstützen. In Rumänien herrschen besonders strenge Vorschriften, um den Status einer staatlich anerkannten Ausbildung zu erlangen. Dafür waren unter anderem aufwendige aber vom Gesetz vorgeschriebene Investitionen notwendig.

Für den Aufbau der Werkstattorganisation gelang es, in Österreich Fachleute zu engagieren, von denen einer nun die Leitung der Tischlerei übernommen hat. Zwei andere Tischler wurden kurzzeitig für Beratung und Ausbildung hinzugezogen. Es ist aber auch hier wieder das Ziel, Rumänen mit der Aufgabe zu betreuen und den Kindern der Farm die Möglichkeit zu einer anerkannten Ausbildung zu geben. Sie wird aber bereits jetzt von den Kindern genützt, um für die Wohnungen und die Gebäude der Farm kleine Dinge herzustellen.

Es ist zu erwarten, daß die Behörde in diesem Jahr ihre Bewilligung geben wird.

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Als hätte mich ein Stein hervorgebracht

Mütter auf der ganzen Welt, ich gebe euch einen einzigen Rat,
laßt die Kinder nicht auf der Straße wegen eines Mannes.
Denn ein Kind ohne Mutter ist wie eine Frucht ohne Baum.
Heute ist es geboren, morgen stirbt es, und du kannst es nie vergessen.

Wenn du eine Mutter hast, kannst du sie nicht vergessen,
ob sie gut ist oder schlecht, sie ist trotzdem deine Mutter.

Mutter, wenn du dich nach mir sehnst, nimm den Zug und komm zu mir!
Nimm den Schnellzug und komm zu mir ins Heim!
Wenn du siehst, daß es weit ist, steig aus und schreib eine Karte,
daß ich sie im Schlafsaal lese mit Tränen in den Augen!

Wenn du eine Mutter hast, kannst du sie nicht vergessen,
ob sie gut ist oder schlecht, sie ist trotzdem deine Mutter.

Das Reh ist traurig, das sich verlaufen hat in den Bergen,
aber trauiger ist ein Kind, das nicht mehr zu den Eltern findet,
ohne Mutter, ohne Vater, als hätte mich ein Stein hervorgebracht,
ohne Brüder, ohne Schwestern, als hätten Blumen mich hervorgebracht.

Wenn du eine Mutter hast, kannst du sie nicht vergessen,
ob sie gut ist oder schlecht, sie ist trotzdem deine Mutter.

(zitiert aus: Schoeller, Zenkert: "Um mich weint hier niemand", 1997, S. 82)

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Impressum:

Verein "Ein Zuhause für Bukarester Straßenkinder"
Sillgasse 8a, 6020 Innsbruck
Hypo-Bank Tirol, Kto-Nr. 200 126 300

Konzept & Redaktion: Mag. Marianne Hörmann
Für den Inhalt verantwortlich: Mag. Marianne Hörmann, Dr. Thomas Schirmer, Eva Steger
Photos in der gedruckten Fassung: Veronika Oberhammer, Lukas Trentini, M. Hörmann
Druck & Layout der gedruckten Fassung: Thomas Kopriva, Claudia Wolf